Arbeitsgebiete
Als Ressortforschungseinrichtung des Bundes erarbeitet das vTI wissenschaftliche Grundlagen und Entscheidungshilfen für die Politik. Speziell die Politik des BMELV steht vor der Herausforderung, in einer globalisierten Welt eine nachhaltige Ressourcennutzung sicherzustellen und zugleich wirtschaftliche Entwicklungsperspektiven für ländliche Räume zu eröffnen.
In diesem Themenfeld engagiert sich das vTI in einer großen fachlichen Breite, die sich auf die Bereiche Agrar-, Forst- und Holzwirtschaft sowie Fischerei erstreckt. Die ökonomische, ökologische und technologische Kompetenz im vTI ermöglicht es, auch komplexe Fragestellungen methoden- und institutsübergreifend zu bearbeiten.
Um die Forschung am vTI zu strukturieren und sie nach strategischen Leitlinien auszurichten, wird derzeit ein Mittelfristkonzept erarbeitet, das Anfang 2011 vorliegen soll.
Beispielhaft finden sich im Folgenden gesellschaftlich relevante Themen, zu denen das vTI in einem breiten Ansatz Lösungen erarbeitet.
Wettbewerbsfähige Produktion
Die ökonomisch ausgerichteten Institute des vTI analysieren die Entwicklungen im Bereich der Agrar-, Forst-, Holz-, Ernährungs- und Fischwirtschaft und leiten daraus politische Handlungsmöglichkeiten ab. Dabei gewinnt die ökonomische Analyse kompletter Prozess- und Wertschöpfungsketten bei Nahrungsmitteln und nachwachsenden Rohstoffen aufgrund zunehmender Liberalisierung und wachsendem internationalem Wettbewerb an Bedeutung.
Entwicklung ländlicher Räume
Untersuchungen des vTI zur wirtschaftlichen Situation und zu den Lebensverhältnissen in ländlichen Räumen bilden die wissenschaftliche Grundlage für politische Maßnahmen, um die dort auftretenden spezifischen Probleme zu überwinden. Dabei entwirft das vTI auch Strategien für ländliche Regionen, um auf die Gegebenheiten des demographischen Wandels zu reagieren.
Klimawandel
Agrarische Produktionssysteme sind sowohl Mitverursacher als auch Betroffene des Klimawandels; in Wäldern sind große Mengen des Treibhausgases CO2 als Kohlenstoffverbindungen gespeichert. Das vTI erforscht Auswirkungen des Klimawandels auf die Kulturpflanzen, die Wälder und die Fischbestände, entwickelt Minimierungsstrategien für klimarelevante Emissionen aus der Landwirtschaft und erweitert die Kenntnisse über Quellen- und Senkenfunktionen von Landnutzungssystemen für Treibhausgase.
Biodiversität
Die biologische Vielfalt geht rapide zurück. Das vTI analysiert die Wechselwirkungen zwischen Bewirtschaftungs- bzw. Nutzungsmethoden und der Biodiversität, untersucht die Gefährdung der biologischen Vielfalt auf genetischer, organismischer und ökosystemarer Ebene und erarbeitet Strategien zu ihrem Erhalt.
Ökologischer Landbau
Das vTI analysiert die Entwicklung des Ökologischen Landbaus und liefert Entscheidungshilfen, zum Beispiel für die Gestaltung der gesetzlichen Rahmenbedingungen. Ökonomische Untersuchungen des vTI betreffen etwa die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln. Darüber hinaus trägt es durch seine Forschung dazu bei, den Ökologischen Landbau weiterzuentwickeln.
Nachwachsende Rohstoffe
Agrarprodukte und Holz sind wichtige Grundstoffe im Bereich der chemischen und der Holz verarbeitenden Industrie. Das vTI gewinnt Informationen zur Mobilisierung von Rohstoffen aus der Land- und Forstwirtschaft und entwickelt innovative Möglichkeiten zur stofflichen Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen.
Technische Verfahren zur optimierten Ressourcennutzung
Das vTI trägt – unter anderem durch moderne Sensortechnik und Informationstechnologie – dazu bei, Produktionsverfahren umwelt- und tiergerecht zu gestalten. Es entwickelt Konzepte zur naturverträglichen Wildbewirtschaftung und Methoden für eine nachhaltige Fischerei.
Monitoring
Durch langfristiges, kontinuierliches Monitoring gewinnt das vTI wertvolle Datenreihen, die unter anderem für Berichterstattungen der Bundesregierung herangezogen werden, zum Beispiel im Rahmen der Klimaberichterstattung oder für die Erstellung von Umweltzustandsberichten. Im Forstbereich koordiniert das vTI die Bundeswaldinventur, die Bodenzustandserhebung im Wald, die Waldzustandserhebung und beteiligt sich am europäischen Waldmonitoring. Um für die Gemeinsame Europäische Fischereipolitik (GEF) Empfehlungen zur nachhaltigen Bewirtschaftung abzugeben, werden die Fischbestände im Meer hinsichtlich Produktivität und Gesundheitszustand überwacht. Monitoringaufgaben zur Schadstoffbelastung mariner Fische ergeben sich aus internationalen Meeresschutzabkommen und werden vom vTI wahrgenommen.
Gesetzliche Aufgaben
Als Bundesoberbehörde nimmt das vTI Aufgaben im Rahmen des Strahlenschutzvorsorgegesetzes und des Bundeswasserstraßengesetzes wahr.
