Treibhausgasinventare (THG)
Wälder sind wichtige Speicher für Kohlenstoff und andere relevante Treibhausgase. Veränderungen der Waldflächen, das Wachstum und die Bewirtschaftung der Wälder führen zu Änderungen der Speicherleistung, die sich in Form von Emissionen bzw. Senken von Kohlendioxid und anderen Treibhausgasen auswirken. Deutschland hat sich mit der Unterzeichnung der Klimarahmenkonvention und dem Kyoto-Protokoll dazu verpflichtet, jährlich über diese Veränderungen zu berichten.
Im Rahmen der Treibhausgas-berichterstattung erstellen wir die Inventare für die Wälder Deutschlands. In diesen werden:
- die Kohlenstoffvorräte und ihre zeitliche Änderung in den fünf Kohlenstoffpools (ober- und unterirdische Biomasse, Totholz, Streu und Boden) ermittelt und
- die Emissionen von Kohlenstoffdioxid (CO2), Methan (CH4), Lachgas (N2O), Stickoxiden (NOx) und Kohlenmonoxid (CO) dargestellt.
Wir benutzen überwiegend die Bundeswaldinventur (BWI) und die Bodenzustandserhebung im Wald (BZE) als Grundlage für die Berechnungen und erheben bei Bedarf darüber hinaus weitere Daten. So wurde z.B. zur Verbesserung der Datenlage im Hinblick auf die Anrechnung der Waldbewirtschaftung nach dem Kyoto-Protokoll die Inventurstudie 2008 durchgeführt. Ziel der Studie war die Erfassung des Kohlenstoffvorrates deutscher Wälder im Jahr 2008. Damit wurde eine Datenbasis geschaffen, mit der die Quell- bzw. Senkenwirkung der Wälder auf die Treibhausgasemissionen im Zeitraum der sogenannten „1. Verpflichtungsperiode“ von 2008 bis 2012 nachgewiesen werden kann.
Die Berichterstattung folgt international verbindlichen Vorschriften und Regelwerken, die fortlaufend überarbeitet und weiterentwickelt werden. Ein Schwerpunkt unserer Arbeit ist deshalb die fortlaufende Verbesserung unserer Methoden um damit eine präzise, detaillierte und methodisch korrekte Erfassung und Berechnung der Emissionen und Senkenwirkungen sicherzustellen.

