Klimawandel und Wald
Reducing emissions from deforestation and forest degradation (REDD) - Qualitative und quantitative Erfassung von Veränderungen tropischer Wälder
Beschreibung / Ziel:
Die Vereinten Nationen haben das Jahr 2011 zum Internationalen Jahr der Wälder erklärt. Das Motto „Forests For People – Wälder für Menschen“ soll
die Abhängigkeit der Menschen von Wäldern und die Verantwortung für
die nachhaltige Entwicklung, Bewirtschaftung, und den Schutz der Wälder
dieser Erde verstärkt ins öffentliche Interesse stellen. Die Bedeutung dieser Verantwortung wird klar, wenn man sieht, dass laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) nach
wie vor jährlich etwa 15 Millionen Hektar Tropenwald zerstört werden. Trotz
vieler Bemühungen der internationalen Staatengemeinschaft, im Rahmen
der forst- und umweltpolitischen Verhandlungen der Zerstörung der Tropenwälder entgegenzuwirken, sind bisher nur wenige Erfolge zu verzeichnen. Seit den Klimaverhandlungen 2007 auf Bali wird REDD als Schutzmechanismus für Tropenwälder verhandelt. Die Idee von REDD ist, dem in den Wäldern gespeicherten Kohlenstoff einen Geldwert beizumessen und somit den Erhalt und Schutz von Wäldern in wirtschaftliche Entscheidungsprozesse einzubinden. So einfach die Idee und das Ziel von REDD auch erscheinen – die methodische Umsetzung sowie der Aufbau von finanziellen Ressourcen stellen eine große Herausforderung sowohl für die Wissenschaft als auch für die internationale
Staatengemeinschaft dar. Zentrale Fragen sind:
- Wie lässt sich ermitteln, ob und wie stark die Entwaldung oder Walddegradierung gegenüber einem vereinbarten nationalen
Referenzwert vermindert worden ist?
- Aus welchen Gründen und in welcher Form werden Ressourcen des
Waldes genutzt, und welches Ausmaß nimmt diese Nutzung regional an?
Um diese Fragen zu beantworten, wurde das vTI vom Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) beauftragt, methodische Grundlagen zur Umsetzung des REDD-Mechanismus zu erarbeiten.
Wissenschaftler:
Thomas Baldauf, Aziza Rqibate, Jörn Struwe

