Deutsch – russische Partnerschaftsinitiative auf dem Gebiet der Forstwirtschaft mit Leben gefüllt
Deutsche und russische Ministerialdelegationen (unter Beteiligung von vTI) trafen sich am Rand der internationalen Holzfachmesse LIGNA zu einem ersten Treffen der von Deutschland ins Leben gerufenen deutsch - russischen Partnerschaftinitiative “Gemeinsame Absichtserklärung über die Zusammenarbeit im Bereich der Forstwirtschaft" am 30.05.2011 in Hannover. Die fünfköpfige russische Delegation unter Leitung des Staatssekretärs A.W. Panfilow gab zu Beginn der Gespräche einen Überblick über die Lage des Forstsektors in Russland. Besonders herausgestellt wurden Probleme mit dem weit unter dem Hiebssatz liegenden Holzeinschlag und dem unzureichenden Waldbrandschutz. Dieser hatte unter anderem zu den katastrophalen Wald- und Moorflächenbränden im europäischen Teil Russlands im Sommer 2010 geführt. Die deutsche Delegation wurde vom Leiter der Abteilung „Biobasierte Wirtschaft, Nachhaltige Land- und Forstwirtschaft“, Herrn Clemens Neumann, geleitet und vermittelte ihrerseits Einblicke in aktuelle Themen der deutschen Forstwirtschaft und -politik. Im Detail wurden Aspekte der Waldstrategie 2020, des EU-Forstaktionsplans zur Eindämmung illegalen Holzeinschlags „Forest Law Enforcement, Governance and Trade (FLEGT)“ und der thermischen Nutzung nachwachsender Rohstoffe beraten. Als Ergebnis der Gespräche wurden Interessensschnittmengen beider Delegationen identifiziert, die bei zukünftigen Treffen behandelt werden sollen. Dieses sind die Bereiche
- Zertifizierung von Wald und Waldprodukten,
- Züchtung, Klimaschutz und Waldbegründung,
- Waldbrandprävention,
- Waldnutzung mit Blick auf energetische Holzverwendung,
- Austausch von Nachwuchswissenschaftlern.
Herr Neumann wies dabei darauf hin, dass auch das vTI an diesen Themen beteiligt werden soll. Die Delegationen trennten sich nach einem einvernehmlichen Gedankenaustausch mit einer Einladung für einen deutschen Gegenbesuch im Mai/Juni 2012 nach Russland. Die russischen Teilnehmer setzten ihren Deutschlandbesuch am folgenden Tag mit einem Besuch am Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung fort, an den sich eine Exkursion zu ehemaligen Waldbrandflächen anschloss.

