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Surveytechnik

Meereswissenschaftliche und fischereibiologische Forschung ist heute ohne komplexe technische Systeme undenkbar. Zu diesen Systemen gehören, Messgeräte zur Erfassung der physikalischen und biologischen Eigenschaften des Meerwassers, Netzsonden- und  Unterwasserbeobachtungssysteme.

Die Fischerei- und Surveytechnische Arbeitsgruppe des vTI-OSF ist für die Bereitstellung, Wartung und Entwicklung verschiedener Systeme verantwortlich.

Unterwasserbeobachtung

Das vTI-OSF verfügt über diverse Systeme zur Unterwasserbeobachtung. Hierzu gehören

  • ein geschlepptes, steuerbares System (ROTV, remotely operated towed vehicle) mit denen es möglich ist ein geschlepptes Fischereinetz von allen Seiten zu beobachten
  • zwei Kamera-Systeme, bei denen die Kameras direkt auf dem geschleppten Fischereinetz befestigt werden und die Kamerasignale über Funk auf das Schiff übertragen werden (STIPS)
  • autonome Aufzeichnungsgeräte, die unabhängig von einem Schiff über einen längeren Zeitraum (z.B. 24h) Videos unter Wasser speichern können

Steert (Endbeutel) eines Schleppnetz mit Fluchtfenster für kleine Dorsche

Hydrographiesonden

Ein wichtiger Bestandteil der Meeresforschung ist die Erfassung der physikalischen Parameter der Wassersäule. Dazu werden sogenannte Hydrographiesonden benutzt. Mit diesen Sonden werden üblicherweise Vertikalprofile von mindestens Temperatur und Salgehalt  gemessen (CTD = conductivity, temperature, depth). Je nach Aufgabe und Konfiguration der Sonde, lassen sich aber auch andere Parameter, wie Sauerstoff, Trübung und Chlorophyll-a, messen.

Die Hydrographiesonden der vTI-Fischereiinstitute werden zum großen Teil durch das Institut für Seefischerei gewartet und für die Einsätze vorbereitet. Die Wartung der auf FFK "Clupea" genutzten Hydrographiesonden wird jedoch durch das vTI-OSF übernommen.

Netzsondensysteme

Bei der Fischerei mit geschleppten Netzen ist eine Kontrolle des Netzes erforderlich. Damit ist es möglich das Verhalten des Netzes während der Fischerei direkt zu beeinflussen und Parameter wie vertikale und horizontale Netzöffnung für spätere Auswertungen zu speichern.

Die vTI-Fischereiinstitute verwenden auf Ihren Forschungsfahrten Netzsonden der Firma Scanmar. Diese werden durch das vTI-OSF in Zusammenarbeit mit der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung gewartet und deren Einsatz koordiniert.

Triaxus

Seit Mai 2010 verfügen die drei vTI-Fischereiinstitute über eine hochmoderne Instrumentenplattform für ihre fischereibiologische Forschung. Der sogenannte "Triaxus"  (MacArtney A/S) wird bei bis zu 10kn (rund 18km/h) hinter dem Schiff geschleppt und kann dabei selbstständig seinen Weg durch die Wassersäule steuern (vertikal und horizontal), wobei die Lage des Gerätes automatisch austariert wird. Folgende Modi sind möglich

  • in konstanter Tiefe (z.B. um die Parameter in einer Tiefe zu messen)
  • in einem bestimmten Abstand zum Boden (z.B. um sidescan-oder Videoaufnahmen vom Meeresboden zu machen)
  • Auf- und Abfahren in gegebenen Tiefenbereichen um Parameter der Wassersäule möglichst kleinsaklig bei fahrendem Schiff zu erfassen

Zurzeit werden auf dem Triaxus mehrere externe Sensoren eingesetzt

Das Institut für Ostseefischerei (vTI-OSF) ist für die Wartung dieses Systems verantwortlich, wobei dies in sehr enger Zusammenarbeit mit dem Institut für Seefischerei (vTI-SF) erfolgt.

Schematische Darstellung der Funktionsweise des geschleppten Geräteträgers "Triaxus". Der Triaxus fährt hierbei selbstständig in einem vorgegebenen Tiefenbereich auf und ab. (© MacArtney AS)

Impressionen der ersten Erprobung des vom vTI genutzten Triaxus im Mai 2010 an Bord des FFS "Walther Herwig III"