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Historie

Die Erhebung von Freizeitfischereidaten in Europa begann mit der Einführung der Verordnung (EG) Nr. 1639/2001 welche die Mitgliedsstaaten (MS) verpflichtete die Fänge von Blauflossenthun in allen Gebieten und Lachs in der Nord- und Ostsee zu beproben. Mit der Novellierung durch die Verordnung (EG) Nr. 1581/2004 wurde die Liste der zu beprobenden Arten in der Freizeitfischerei in Anhang XI um Dorsch (Gadus morhua) in den ICES Gebieten III, IV, V, VI und VII erweitert. Dies geschah vor dem Hintergrund das Dorsch Bestandteil der Wiederaufbaupläne in diesen Gebieten war. Die Verordnung verpflichtete MS dazu Pilotstudien durchzuführen, um die Basis für zukünftige Anforderungen zu schaffen.

Die Deutsche Pilotstudie „Dorsch/Kabeljau-Fänge durch die deutsche Freizeitfischerei der Nord- und Ostsee, 2004 – 2006“  zeigte das signifikante Fänge der Freizeitfischerei nur für Dorsch in der Ostsee relevant waren, insbesondere in SD 22 + 24. Zwischen 2004 und 2006 wurden insgesamt 67 000 Fragebögen verteilt, wovon 2267 evaluiert wurden. Insgesamt wurden 351 zufällig ausgewählte Strände und Häfen an der deutschen Ostseeküste beprobt und 3890 Angler befragt. Für die Längenverteilung der Dorschfänge wurden annähernd 15 000 Dorsche von 146 Gemeinschaftsangelveranstaltungen gemessen. Zur Ermittlung der Fänge der Hobbyfischerei, welche mit kommerziellen Fanggeräten fischen, wurden 10% der 181 registrierten Hobbyfischer befragt. Die durch die Angelfischerei entnommene Dorsch-Biomasse betrug im Jahr 2004 zwischen 1900 und 3600 t, im Jahr 2005 zwischen 2750 und 5100 t und im Jahr 2006 zwischen 1900 und 3100 t. Die Hobbyfischer, (Freizeitfischer, die kommerzielle Fanggeräte wie Stellnetze, Reusen oder Langleinen einsetzen dürfen) fangen nur eine relativ geringe Menge an Dorsch und sind für die Gesamtentnahme ohne Bedeutung. In Schweden wurden die Dorschfänge im Jahr 2004 auf zirka 1150 t geschätzt. Die dänische Studie aus dem Jahr 2006 schätzte die Dorschfänge auf 645 t limitierte dabei jedoch ihr Untersuchungsgebiet auf den Öresund.

Überblick der geschätzten Dorschfänge in der Freizeitfischerei einzelner EU Mitgliedsstaaten in der Ostsee.
Land Jahr Dorschfänge Freizeitfischerei
  2006 1900 - 3100 t
Dänemark 2006 645 t
Schweden 2004 1150 t
Litauen 2005 28 t
  2006 36 t
Polen 2005 225 t
Deutschland 2004 1900 - 3600 t
  2005 2750 - 5100 t

Entsprechend der Ergebnisse aus den Pilotstudien wurde die Beprobung der Freizeitfischerei fortgeführt und auf weitere Arten ausgedehnt (EG) Nr. 949/2008. Infolgedessen haben die MS ihre Anstrengungen erhöht neue und verbesserte Pilotstudien durchzuführen. Insbesondere waren dies die Aal und Dorschfänge in der dänischen Freizeitfischerei (DTU Aqua report no. 217-2010). Dabei werden die geschätzten Dorschfänge Dänemarks bestätigt und das Untersuchungsgebiet auf die gesamte westliche Ostsee (SD 22 -24) ausgedehnt. Abschließend bleibt festzuhalten, dass momentan die Mehrheit der Dorschfänge durch die Freizeitfischerei in der Ostsee in Gebiet 22 – 24 getätigt werden, d.h. den westlichen Dorschbestand betreffen.
Die Kabeljauentnahme durch die Freizeitfischerei in der Nordsee hat keinen Einfluß auf den Bestand. Von den Angelkuttern aus werden jährlich nur etwa 30 t gefangen. Die anderen Angelarten (z. B. Bootsangeln, Brandungsangeln), wie auch die Hobbyfischerei, sind für den Kabeljaufang ohne jegliche Bedeutung.