Institut für Ländliche Räume
Wir untersuchen vielfältige Herausforderungen, vor denen ländliche Räume in Deutschland und der EU stehen, aus verschiedenen Blickwinkeln und mit unterschiedlichen Methoden. Unsere Leitfragen sind:
- Welche Rahmenbedingungen und Voraussetzungen begünstigen, welche hemmen eine nachhaltige Entwicklung ländlicher Räume?
- Welche Wechselwirkungen sind dabei zwischen Landwirtschaft, Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt zu berücksichtigen?
- Wie kann die Politik einen geeigneten Rahmen setzen, um Potenziale in ländlichen Räumen zu mobilisieren?
- Welche Auswirkungen haben unterschiedliche Formen und Intensitäten der Landnutzung auf natürliche Ressourcen, und wie können Nutzungskonflikte gelöst werden?
Wir führen rückschauende Analysen, vorausschauende modellgestützte Politikfolgeabschätzungen und empirische Erhebungen durch und setzen raumbezogene Informationstechniken ein. Als Teil der Ressortforschung des BMELV stellen wir Entscheidungshilfen für die Politik zur Entwicklung ländlicher Räume bereit, zeigen Perspektiven auf und tragen zum wissenschaftlichen Fortschritt bei.
Aktuelles
CC-LandStraD erfolgreich in zweite Projektphase gestartet
Das Projekt CC-LandStraD untersucht seit November 2010 Wechselwirkungen zwischen Flächennutzungen und Klimawandel in der Land- und Forstwirtschaft sowie im Siedlungsbereich. Ziel ist es, nachhaltige und gesellschaftlich tragfähige Landnutzungsstrategien zu entwickeln, die zur Erreichung der nationalen Klimaschutzziele beitragen und darüber hinaus die erforderliche Anpassung der Landnutzung an den Klimawandel beinhalten. Internationale Gutachter des Bundesministeriums für Bildung und Forschung bestätigten jetzt im Rahmen der Zwischenbegutachtung eine erfolgreiche erste Projektphase und gaben grünes Licht für die zweite Projektphase bis Oktober 2015.
Neben dem Institut für Ländliche Räume wirken vom Thünen-Institut (vTI) die Institute für Agrarrelevante Klimaforschung, für Ökonomie der Forst- und Waldwirtschaft und für Biodiversität mit. Weitere Partner sind das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW), das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), die Westfälische Wilhelms-Universität Münster (WWU) sowie das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF).
Weitere Informationen zu CC-LandStraD finden Sie hier.
Deutschlands Landwirtschaft 2021
Wie sich in den nächsten Jahren die Bereitstellung von Bioenergie auf die deutsche Agrarwirtschaft auswirken könnte und wie sich die Einkommen der Landwirte im untersuchten Szenario in den verschiedenen Betriebssparten entwickeln, ist Gegenstand einer jetzt vom Thünen-Institut herausgegebenen Studie. Die „vTI-Baseline 2011-2021“ stellt eine Projektion der erwarteten Entwicklungen dar und dient in erster Linie dazu, verschiedene Optionen der Agrarpolitik zu analysieren.
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Ländliche Entwicklungspolitik ab 2014. Eine Bewertung der Verordnungsvorschläge der Europäischen Kommission vom Oktober 2011
Im Oktober 2011 hat die Europäische Kommission ihre Legislativvorschläge für die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) und die Strukturpolitik für die Finanzperiode 2014 bis 2020 veröffentlicht. Der vorliegende Arbeitsbericht gibt einen Überblick über die relevanten Verordnungsentwürfe und eine erste Einschätzung zu den Auswirkungen auf die ländlichen Entwicklungsprogramme 2014 bis 2020 in Deutschland. Die Verordnungsentwürfe zeigen eine stärkere Orientierung der Förderpolitiken an der Europa-2020-Strategie. Der vorgesehene Gemeinsame Strategische Rahmen und die fondsübergreifenden Partnerschaftsvereinbarungen sollen zu einer größeren Kohärenz zwischen dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) und den Strukturfonds führen. Im Bereich der GAP kommt es zu einer weniger klaren Trennung von 1. und 2. Säule. Das Maßnahmenspektrum der 2. Säule bleibt den Entwürfen zufolge weitgehend unverändert. Da nur noch für zwei Maßnahmenbereiche (Klima und LEADER) Budgetvorgaben gemacht werden, erhalten die Mitgliedstaaten bzw. in Deutschland die Bundesländer mehr Freiheitsgrade bei der Gestaltung ihrer ländlichen Entwicklungsprogramme. Die vorgesehene Differenzierung der Kofinanzierungssätze lässt keine Orientierung am „europäischen Mehrwert“ bzw. dem räumlichen Nutzerkreis öffentlicher Güter und keine Fokussierung auf Problemregionen erkennen. Trotz des Ziels der Vereinfachung der GAP ist von einem steigenden Verwaltungsaufwand auszugehen.
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Steigende Bedeutung nichtlandwirtschaftlicher Investoren auf dem Bodenmarkt?
Die starken Preissteigerungen der letzten Jahre bei landwirtschaftlichen Flächen werden, vor allem in den neuen Bundesländern, oft mit nichtlandwirtschaftlichen Investoren verknüpft. Eine Studie des Thünen-Instituts (vTI) hat ergeben, dass die Gruppe der nichtlandwirtschaftlichen Investoren sehr heterogen ist und von großen Investoren mit überregional organisierter Bewirtschaftung bis zu Kleinanlegern mit Verpachtung reicht. Deren Auswirkungen auf die Bodenpreise sind entsprechend differenziert zu beurteilen.
Am 27.10.2011 fand im BMELV in Berlin ein Workshop zur Vorstellung der Studie statt. Hier finden Sie das Programm (nicht barrierefrei; 617 KB) und die Präsentation der Studie (nicht barrierefrei; 3,7 MB).
Hohe Ehrung für vTI-Wissenschaftler
Die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) hat Dr. Heinrich Becker, Wissenschaftler am vTI-Institut für Ländliche Räume, die Max-Eyth-Denkmünze verliehen. Sie würdigt damit seine besonderen Verdienste um die Förderung der ländlichen Räume und sein Engagement in der DLG.
