transparent

Aktuelles & Service

Pressemitteilung vom 16.08.2011

Förderung des Ökolandbaus: vTI gibt aktuellen Überblick

Thünen-Institut veröffentlicht umfassende Studie über die staatliche Förderung des ökologischen Landbaus in Deutschland

Der ökologische Landbau wird in Deutschland seit 1989 bundesweit mit öffentlichen Mitteln gefördert. In den letzten 20 Jahren wurde die Palette an Fördermaßnahmen zunehmend verbreitert und erstreckt sich mittlerweile auf die gesamte Wertschöpfungskette. Dabei hat sich die Förderung im Laufe der Zeit sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene deutlich verändert. Mit der jetzt veröffentlichten Studie „Förderung des ökologischen Landbaus in Deutschland: Stand, Entwicklung und internationale Perspektive“ gibt das Johann Heinrich von Thünen-Institut (<abbr title="Johann Heinrich von Thünen-Institut">vTI</abbr>) in Braunschweig einen fundierten Überblick.

In der Studie werden die Maßnahmen von Bund und Ländern zur Ausweitung des ökologischen Landbaus ausführlich dargestellt und in eine internationale Perspektive eingeordnet. Bei den untersuchten Förderinstrumenten wird zwischen Fördermaßnahmen im Bereich der Urproduktion, der Verarbeitung und Vermarktung, der Außer-Haus-Verpflegung, der Verbraucherkommunikation und bereichsübergreifenden Maßnahmen wie Forschung und Entwicklung unterschieden. Es zeigt sich, dass zwischen den einzelnen Bundesländern beträchtliche Unterschiede in der Maßnahmenvielfalt und im Maßnahmendesign bestehen. Wenig verwunderlich, denn weite Teile der Agrarstruktur- und Agrarumweltpolitik fallen in den Kompetenzbereich der Länder.

Die flächenbezogene Förderung der ökologischen Wirtschaftsweise nimmt nach wie vor eine dominierende Stellung bei der staatlichen Unterstützung des Ökolandbaus ein. In Deutschland wurden in den Jahren 2005 bis 2009 jährlich zwischen 121 und 137 Mio. Euro aus öffentlichen Mitteln (<acronym title="Europäische Union">EU</acronym>, Bund und Länder) für die flächenbezogene Förderung des Ökolandbaus aufgewendet. Dies entspricht einer durchschnittlichen Zahlung von rund 145 Euro je ha und Jahr. Gemessen am Umfang der eingesetzten Finanzmittel stellt die Flächenförderung auch bei meisten anderen <acronym title="Europäische Union">EU</acronym>-Ländern das wichtigste staatliche Förderinstrument dar. Die Höhe der Umstellungs- und Beibehaltungsförderung variiert zwischen den einzelnen <acronym title="Europäische Union">EU</acronym>-Ländern zum Teil beträchtlich. Deutschland liegt im Hinblick auf die Prämienhöhen für Dauerkulturen und für Grünland im oberen Drittel der <acronym title="Europäische Union">EU</acronym>-Länder. Die in Deutschland gewährten Prämienhöhen für Ackerland und für Gemüse sind dagegen europaweit betrachtet eher durchschnittlich.

Durch die Analysen zum Stellenwert der Förderung in Deutschland wird zweierlei deutlich: Aus der Sicht der meisten Ökolandwirte hat die Förderung des ökologischen Landbaus – speziell die flächenbezogene Ökoprämie – einen hohen Stellenwert. Betrachtet im Verhältnis zu anderen Förderbudgets im Agrarbereich ragt die spezifische Förderung des Ökolandbaus nicht besonders aus dem Umfeld vergleichbarer Ausgaben im In- und Ausland heraus.

Das der Studie zugrundeliegende Projekt wurde in Kooperation mit „Land und Markt“ durchgeführt. Die Finanzierung erfolgte über das Bundesprogramm Ökologischer Landbau (Projektnummer 07OE009). Der Abschlussbericht „Förderung des ökologischen Landbaus in Deutschland: Stand, Entwicklung und internationale Perspektive“ (265 Seiten + Anhang) ist als Sonderheft Nr. 347 der Schriftenreihe Landbauforschung veröffentlicht und kann für 12 Euro beim <abbr title="Johann Heinrich von Thünen-Institut">vTI</abbr> bezogen werden. Die online-Version des Heftes findet sich unter
www.vti.bund.de/de/startseite/vti-publikationen/landbauforschung-sonderhefte/sonderhefte-2011.html.

 

 

Kontakt:

Dr. Michael Welling (Pressesprecher)
Bundesallee 50, 38116 Braunschweig
Telefon: +49 (0) 531 - 596 1016, Fax: +49 (0) 531 - 596 1099
E-Mail: pressestelle@vti.bund.de

Service zum downloaden:

PDF-Datei der Pressemitteilung PDF /0,1 MB