Pressemitteilung vom 9. Oktober 2009
Kontakt:
Dr. Michael Welling (Pressesprecher)
Bundesallee 50, 38116 Braunschweig
Telefon: 0531 596 1016
E-mail: pressestelle@vti.bund.de
Deutsche Wälder tragen zum Klimaschutz bei
Die Inventurstudie 2008 des von Thünen-Instituts (vTI) ergibt eine hohe CO2-Speicherleistung in der Biomasse und im Totholz
Auf
einer Pressekonferenz am 9. Oktober 2009 in Frankfurt/Main haben das Johann
Heinrich von Thünen-Institut (vTI) und das Bundesministerium für Ernährung,
Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) gemeinsam mit der
Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher und dem Deutschen Forstwirtschaftsrat die
Ergebnisse der aktuellen Inventurstudie der deutschen Wälder vorgestellt.
Die Planung und Leitung oblag ebenso wie die Durchführung der Feldaufnahmen dem vTI-Institut für Waldökologie und Waldinventuren. Die Inventurstudie wurde initiiert, um eine Aussage über die Speicherung von CO2 in deutschen Wäldern als Klimaschutzmaßnahme im Rahmen des Kyoto-Protokolls zu treffen. Diese Speicherleistung muss dem Klima-Sekretariat der Vereinten Nationen für die erste Verpflichtungsperiode von 2008 bis 2012 berichtet werden. Die Aufnahmen erfolgten auf einem Teil der Stichprobenpunkte der Bundeswaldinventur, die letztmals 2002 durchgeführt wurde.
Die Auswertung ergab eine Speicherung von 120 Tonnen Kohlenstoff je Hektar.
Zusätzlich waren im Totholz 3,25 Tonnen je Hektar gebunden. Bilanziert man die
Kohlenstoffspeicherleistung der Deutschen Wälder für den Zeitraum 2002 bis 2008,
dann beträgt die Gesamtsenkenwirkung 4,7 Millionen Tonnen Kohlenstoff pro Jahr.
Das heißt, die Wälder nahmen diese Menge an Kohlenstoff jedes Jahr auf und
speicherten sie als Biomasse.
Neben den Erkenntnissen zur Kohlenstoffspeicherung haben die Daten auch vielfältige Informationen zur Entwicklung der großräumigen Waldverhältnisse geliefert, die wichtige Entscheidungshilfen für die Politik sowie für die Forst- und Holzwirtschaft sind.
Für die jetzige Inventurstudie wurden 6.711 Probepunkte (sog. Trakt-Ecken)
aufgenommen. Als Datenbasis für die Auswertungen wurden dabei 48.070 Probebäume
mit einem Durchmesser über 7 cm, 29.818 Bäume unter 7 cm und 25.407 Stück
Totholz erfasst. Die Inventurstudie war trotz kurzer Vorbereitungszeit möglich,
weil das Stichprobennetz, das Aufnahmedesign sowie Datenbanken und Software der
Bundeswaldinventur genutzt werden konnten.
Die nun abgeschlossenen Arbeiten haben wichtige Erkenntnisse zur Rolle der Wälder im Klimaschutz und über deren Leistunsfähigkeit zur nachhaltigen Bereitstellung von Rohholz erbracht. Daneben konnten wertvolle Erfahrungen für die nächste Bundeswaldinventur gesammelt werden, die in der dritten Auflage (BWI3) im Jahr 2012 Daten für das Endjahr der Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls liefern wird.
Anmerkung: Zur Inventurstudie 2008 ist am 19. Oktober 2009 ein Schwerpunktheft
der Zeitschrift "AFZ - Der Wald" erschienen (Download siehe unten).
Um Belegexemplar wird gebeten.
Service:
- PDF-Datei der Pressemitteilung zum Herunterladen und Drucken
- Bild(er) in hoher Auflösung:
Bild 1: "Rund 120 Tonnen Kohlenstoff je Hektar sind laut der aktuellen Inventurstudie des vTI in deutschen Wäldern gespeichert (Foto: Michael Welling)"
Bild 2: "Auch Totholz kann Kohlenstoff in erheblicher Menge binden (Foto: Michael Welling)"
Bild 3: "Für die Inventurstudie des vTI wurden deutschlandweit rund 78.000 Bäume vermessen (Foto: vTI/WOI)" - Die Beiträge zur Inventurstudie 2008 aus der Zeitschrift "AFZ - Der
Wald" (Heft 20/2009) können Sie hier als PDF herunterladen:
Beiträge komplett (4 MB)
Beitrag "Deutsche Wälder sind wichtige Kohlenstoffsenke"
Beitrag "Hintergrund, Methodik und Durchführung der Studie"
Beitrag "Der Kohlenstoffspeicher Wald und seine Entwicklung"
Beitrag "Baumarten, Altersstruktur und Totholz in Deutschland"
Beitrag "Holzvorrat, Holzzuwachs, Holznutzung in Deutschland"
Beitrag "Projektionen zum potenziellen Rohholzaufkommen"
